Ballot 3/8 LC – Baujahr 1920 mit 107 PS und 2980 ccm

Ballot 3-Liter GP-Maschine

Eines der fortschrittlichsten Autos zu Beginn der 1920-er Jahre – Ballot entwickelte mit der Hilfe des brillanten Ingenieurs Ernest Henry vier Autos auf höchstem Niveau.

Es wurden nur vier dieser 3-Liter Ballot´s, Grand Prix mit 8-Zylinder-Reihenmotor, 2 obenliegenden Nockenwellen (DOHC), 4 Ventilen pro Zylinder und einer Spitze von über 200 m/H gebaut. Alle 4 Boliden waren Werkswagen und starteten bei den 500 Meilen von Indianapolis im Jahr 1921, beim GP von Frankreich (in Le Mans) 1921 und beim GP von Italien (in Brescia)1921.

Als im internationalen Spitzenmotorsport 1922 auf 2-Liter-Autos umgestiegen wurde, sind diese vier Autos verkauft worden. Dieses besondere Auto kaufte Sir Malcolm Campbell im Jahr 1923. Er lackierte es blau und nahm damit in Brooklands an einer Reihe von Wettkämpfen teil (als Bluebird erlangte es Berühmtheit). 1926 verkaufte er es an Jack Dunfee, der damit überaus erfolgreich seine Rennfahrer-Karriere fortsetzte, bis er es 1933 an Joan Richmond weiterverkaufte. Sie verkaufte es an Capt Denis Shipwright und 1936 kaufte Cecil Clutton gemeinsam mit Watkins-Pitchford das Auto. Micheal Crowley Milling kaufte es 1940 und gab es später an seinen Bruder Humphrey. Nach dem Ableben von Humphrey Milling war das Auto seit über 70 Jahren im Besitz dieser einen Familie.

Das Auto hat eine lange Geschichte und es gibt viele wunderschöne Fotos, Briefe etc. davon. Im Musée National de l´Automobile steht eines der noch erhalten gebliebenen Autos. Ein anderes ist im Besitz vom Amerikaner George Wingard, welches mit einem brandneuen Motor und einer neuen Karosserie ausgestattet ist.
Und dann gibt es noch dieses: In diesem Auto befindet sich noch der originale Motor und die originale Karosserie (außer dem Kofferraumdeckel). Es hat eine eindrucksvolle Dokumentation und es war fast ausschließlich im Besitz einer Familie…

Das Auto ist nicht ganz unbekannt, aber es geriet für mehrere Jahrzehnte ein wenig in Vergessenheit. Zudem war es fälschlicherweise für das Auto gehalten worden, das von Louis Wagner gelenkt wurde. Aber jetzt gibt es den Beweis, dass dieses Auto jenes ist, das die Nummer 8 beim Rennen in Le Mans 1921 getragen hatte und von Jean Chassagne gefahren wurde.

Das erste Mal seit 96 Jahren, wurden diese beiden bedeutenden Rennwagen, der zweite steht im Musée National de l´Automobile, wieder gemeinsam, im Rahmen der Retromolbile 2017, in Paris der Welt-Öffentlichkeit präsentiert.