Nachbericht

SÜDSTEIERMARK – CLASSIC – die 17te

Das Synonym für Genuss und Sportlichkeit

 

Wie schon in den vergangenen Jahren hat auch heuer wieder am Mittwoch und Donnerstag die technische Abnahme der Teilnehmerfahrzeuge stattgefunden, um deren Verkehrssicherheit zu überprüfen. In der anschließenden Fahrerbesprechung erklärte der Rennleiter „Hasi“ Haselwander die Spielregeln der heurigen Veranstaltung. Dass der CHOPARD-Welsch-Grand-Prix heuer in umgekehrte Richtung gefahren werden musste, hat bei einigen Teilnehmern sofort eine gewisse Unruhe ausgelöst.

Unter der Patronanz von „Opel Österreich“ fand der Eröffnungsabend statt, bei dem Fahrer und Beifahrer den Wertungsmodus diskutierten, um nach Möglichkeit das beste Konzept für eine gute Platzierung im Endklassement zu erreichen.

 

Erster Renntag, Freitag, 28. April 2017:

Die ersten sonoren Auspuffgeräusche hallten bereits am 06:00 Uhr in der Früh durch Gamlitz, galt es doch, vor allem den ältesten Modellen eine gewisse Zuwendung zukommen zu lassen, um rechtzeitig um 07:00 Uhr am Start stehen zu können. Wie schon in den vergangenen Jahren eröffnete Erich Hoop mit seinem aus dem Jahr 1908 stammenden Brasier voiture de course den ersten Renntag, der mit einer Streckenlänge von rund 320 km Fahrern und Beifahrern einiges abverlangte. Nach einer Gleichmäßigkeitsprüfung im Grubtal wurde so mancher Teilnehmer am ÖAMTC Testgelände in Lang-Lebring vom eigenwilligen Verhalten seines Fahrzeuges überrascht, galt es doch, den teilweise nassen und rutschigen Rundkurs in der vorgegebenen Sollzeit zu absolvieren.

Die Burg Rabenstein bei Frohnleiten, hochthronend über dem Murtal, war Gastgeber für das zweite Frühstück, um die Teams gestärkt an den Start des Rechbergrennens gehen zu lassen. Hatten erst am 23. April die schnellen Boliden den Rechberg von der anderen Seite her bezwungen, so galt es heute für die Oldtimer, diesen Berg von der Murtal-Seite aus in durchaus ambitionierten Sollzeiten zu bewältigen.

Als Danke für die Bewältigung dieser Herausforderung gab es dann auf der Teichalm bei der Latschenhütte Schwammerlsuppe mit Sterz, um danach die mit Sonderprüfungen versehene Strecke in das nächste Etappenziel, nämlich das Falkensteiner Therme & Golf Hotel Bad Waltersdorf, zu absolvieren.

Wie jedes Jahr bildete den kulinarischen Höhepunkt des ersten Tages das Mittagessen im Schlosshotel Obermayerhofen. Dieses Buffet – eine Augen- und Gaumenschmaus.

Beim nächsten Etappenziel in Gleisdorf beim Autohaus Opel Krammer warteten schon hunderte interessierte Zuschauer, um die Teilnehmer mit einem frenetischen Applaus zu empfangen.

Nach der Bergrallye Lödersdorf am Köberlberg und einer kurzen Verschnaufpause in Fehring und Gnas absolvierten die Teams die letzte Sonderprüfung auf gesperrter Strecke in Obergnas, um sich dann zügig auf den Heimweg Richtung Gamlitz zu machen.

Nach einem kurzen Stopp in der Bezirkshauptstadt Leibnitz endete der erste Renntag in der Vinofaktur Genussregal in Ehrenhausen.

Dass rund 30 % aller Teams den Tag bei Regen und 3 – 7 Grad ohne Dach fahrend bewältigten, verlangt nicht nur Respekt, sondern höchste sportliche Anerkennung.

Beim anschließenden „Steirer-Abend“ fand im Festzelt in Gamlitz unter der Patronanz der Presse die Ehrung der Sieger der Sonderprüfungen auf gesperrten Strecken statt.

 

Zweiter Renntag, Samstag, 29. April 2017:

Dieser Tag mit seinen rund 140 km war zur Gänze dem steirischen Weinland gewidmet und entschädigte die Teams für die Strapazen des Freitags mit herrlichem Wetter. Von den zehn Sonderprüfungen dieses Tages waren wiederum vier auf gesperrten Strecken zu absolvieren. Dass die Zwischenergebnisse von Freitagabend vor allem bei den Gutplatzierten für besondere Motivation sorgten, war schon am Freitagabend bei den Diskussionen auf den einzelnen Tischen gut zu erkennen.

Als neues Highlight wurde das Patschbergrennen in die Streckenführung aufgenommen. Jenes Rennen, dass 1962 zum letzten Mal stattfand, mit welchem klingende Namen wie Jochen Rindt, Helmut Marko, Peter Denzel, Gunther Philipp und viele andere untrennbar verbunden sind, war zwar gegenüber der historischen Variante gekürzt, sorgte aber dennoch bei Zusehern und Fahrern für großen Enthusiasmus.

Nach Passierkontrollen bei bekannten Weingütern wie Polz, Firmenich und Gross kamen die Teams ab 14:30 Uhr zurück nach Gamlitz, wo sie unter dem Applaus des zahlreichen Publikums auf ihre Startpositionen für den anschließenden CHOPARD Welsch-Grand-Prix geparkt wurden.

CHOPARD Welsch-Grand-Prix – krönender Abschluss der Südsteiermark-Classic -startete heuer erstmals in umgekehrter Richtung, was vor allem für die etablierten Teilnehmer eine völlige Änderung ihrer Konzepte mit sich brachte.

Unter der Patronanz von „Pirelli Austria“ fand der Gala-Abend statt, bei welchem die Epochen und Gesamtsieger geehrt wurden. Unter der musikalischen Begleitung von Chris Oliver und seiner Band endete die „Pirelli-Night“ bei bester Stimmung in den Morgenstunden.

 

Gesamtsieger der Vorkriegsklasse bis Baujahr 1949:

Startnummer 45

Alexander und Florian Deopito – Lagonda LG 6 LeMans, Baujahr 1938

 

Gesamtsieger der Nachkriegsklasse ab Baujahr 1950:

Startnummer 112

Reiner Simak und Yvonne Popper – Alfa Romeo Giulia Sprint GT, Baujahr 1965

 

Wirtschaftliche Bedeutung

Wann auch immer Oldtimer-Veranstaltungen stattfinden, kommt es zu der Frage, wozu gibt es derartige Veranstaltungen, wem dienen sie und welchen wirtschaftlichen Mehrwert haben sie. In diesem Zusammenhang hat die WKO schon vor Jahren veröffentlicht, dass die Wertschöpfung aus dem Bereich Oldtimer exklusive des Handels pro Jahr 500 Millionen Euro beträgt. Nicht inkludiert sind in diesem Betrag die Auswirkungen auf den Tourismus, weiß man doch, dass viele der an Oldtimerveranstaltungen Teilnehmenden in weiterer Folge als Urlaubsgäste in eine der Regionen zurückkommen. So gibt es allein am Veranstaltungswochenende der Südsteiermark-Classic in Gamlitz und der Umgebung über 3.200 Nächtigungen.

Man sollte daher diesem Arbeitsplatz intensiven Wirtschaftszweig auch politisch mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenbringen, zumal die Eigentümer derartiger Exponate oftmals mit hohem finanziellen Aufwand dieses Kulturgut „Oldtimer“ am Leben erhalten und damit auch Technik von damals für jetzige und spätere Generationen erlebbar werden lassen.

 

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